Eine Stadt, in der die Zeit nie stillsteht!

(Obwohl es keine Uhren gibt)

 

Vom 26.08 - 02.09.2007 war ich auf Entdeckungstour durch die katalanische Hauptstadt Barcelona. Hier ein kleiner Reisebericht mit ein paar Empfehlungen.

 

Am 26.08 um 11 Uhr kam ich mit dem Flieger aus München am Flughafen von Barcelona an. Nachdem ich mein Gepäck wiedergefunden hatte, machte ich mich zu der im Reiseführer empfohlenen Zugverbindung, über eine Brücke zum Bahnsteig, auf ... Der günstige Preis von 2,5 € ist für eine Fahrt vom Flughafen ins Stadtzentrum schon sehr verlockend (in anderen Städten ist man oft das 6-fache los). Da ich der katalanischen Sprache (eine Mischung aus Spanisch, Französisch und Italienisch) nicht mächtig bin, habe ich natürlich den falschen Zug genommen und bin nicht an der Haltestelle gelandet, wo ich hin wollte. Die Folgen, ein Marsch über Treppen und lange Gänge durch die Unterwelt von Barcelona (ein Koffer mit 23,5 kg ist schwerer als man denkt). Schlussendlich entschied ich mich, die letzten Kilometer zum Hotel mit dem Taxi zurückzulegen.

 

Angekommen im Hotel, und endlich in einem klimatisierten Raum, bezog ich mein Zimmer mit Fenster zum Lichtschacht. Mein Hotel war wieder mal ein Glücksgriff (Hotel 1898 – ein Gebäude direkt an den Rambles, dass im Kolonialstil gebaut wurde und ehemals die Zentrale des Tabakhandels mit den Kolonien war). Auch wenn 72 € pro Nacht nicht gerade günstig sind, zahlte es sich aus, da ein sehr umfangreiches Frühstücksbuffet schon inklusiv war, was mir weitere Kosten für Mittagessen und teilweise auch Abendessen ersparte. Die 4 großen Vorteile dieses Hotels waren zum

 

   1. Die sehr gute Lage – nur ca 300m zur U-Bahn Station Plaza Catalunya (einem der Verkehrsknotenpunkte in Barcelona)

   2. Die Stille – Da die Rambles eine der Flaniermeilen von Barcelona ist, ist der Geräuschpegel nicht gerade leise. Sobald man aber die etwas klein geratene hölzerne Drehtür durchschreitet, ist es auf einmal still – Wie wenn man in einer anderen Dimension angekommen ist.

   3. Die Dachterrasse mit Pool und gepolsterten Liegeflächen – ob bei Tag oder bei Nacht ein Ausblick der es in sich hatte. Die Preise für Getränke waren zwar dementsprechend teuer 14€ für einen Mochito.

   4. Der Spabereich im Keller – Pool mit verschiedenen Massagetechniken, Fitnessraum, Finnische-Sauna, Dampfsauna – genau das Richtige, wenn man von einer Besichtigungstour zurückgekommen ist, um die geschunden Füße zu kühlen oder die verspannten Muskeln zu lockern.

 

Alles in allem war das Hotel eine gute Wahl die wieder einmal zeigte das gute Vorarbeit (Internetsuche, Preisvergleichen) sich lohnen kann

 

Jetzt aber weiter mit Barcelona:

 

Am ersten Tag machte ich mich über die Flaniermeile Rambles auf in das Altstadtviertel in Richtung Kathedrale – Ein wunderschöner gotischer Bau mit schönen Lichteffekten durch die bunt verglasten Fenster. Auf dem Heimweg entlang der Hafenpromenade, vorbei am Jachthafen wurde der Körper langsam ruhiger und ich war im Urlaub angekommen.

 

Der zweite Tag begann nach einem langen Frühstück erst um 10:45 mit einer Wanderung durch die Altstadt, über die Rambles und einen der bekannten Markthallen mit Ihren Fisch-, Gemüse- und Fleischhändlern. Vorbei an Vogelhändlern und Studenten, die sich verkleidet als Fotomotiv gegen eine kleine Gabe ablichten lassen, in Richtung Santa Maria del Mar – laut Reiseführer eine der ältesten Kirchen Barcelonas. Auf dem Heimweg über viele kleine Gassen und Plätze nach ca. 10km Fußmarsch freuten sich meine Füße auf eine Abkühlung im Spa des Hotels. In den Abendstunden flanierte ich dann entlang der Rambles zu einer Pizzeria. Nachdem ich eine Pizza gegessen hatte, steuerte ich die Vergnügungsmeile im Hafen an.

 

Den dritten Tag widmete ich dem Montjuic, dem Hausberg von Barcelona. Über eine Standseilbahn und eine Seilbahn erreichte ich den Gipfel des Berges. Dort besichtigte ich das Kastell mit einer wunderbaren Aussicht auf Barcelona und den Hafen. Anschließend kaufte ich mir in einem Cafe was zu trinken und lies den Flair dieser Stadt auf mich wirken. Anschließend machte ich mich per pedes entlang der Olympia Stadien in Richtung MACBA auf. Das MACBA ist ein kunsthistorisches Museum in einem zur Weltausstellung entstandenen Kuppelbau. Der größte Teil der Ausstellung ist einer Sammlung von Fresken gewidmet, die in kleinen Kirchen in den Pyrenäen vor dem Verfall gerettet wurden. Das Farben nach über 1000 Jahren noch so strahlen können grenzt fast schon an ein Wunder und sollte ein Ziel für alle Hersteller von Color-Waschmitteln sein. Über die Prachtstraße, in Richtung Placa de Espanya und von dort per U-Bahn, machte ich mich auf dem Weg in Richtung Hotel, wo das Spa wieder einmal eine wohltuende Abwechslung war.

 

Der Mittwoch wurde als Tag der neuen Kathedrale geplant. Über die Standseilbahn auf den Montjuic und mit der Hafenseilbahn quer über das Hafenbecken wanderte ich entlang des Sandstrands bis zum Port Olympic, einem Jachthafen, der für die Olympischen Spiele angelegt wurde. Von dort aus fuhr ich mit der U-Bahn in Richtung Westen zur Sagrada Familia – eines der Wahrzeichen Barcelonas, dass von Antoni Gaudi 1882 (also 100 Jahre vor meiner Geburt) begonnen wurde. Diese Kirche war das Lebenswerk von Antoni Gaudi an der er bis zu seinem Tod (er wurde von der Straßenbahn überfahren) arbeitete. Dank einer guten Beschreibung in meinem Reiseführer konnte ich viele der Symbole in den Fassaden dieses unfertigen Kunstwerkes deuten. Ob Zahlenspiele in einem Quadrat die immer die Zahl 33 als Ergebnis haben (Lebensjahre Jesu) oder bildliche Darstellungen aus der Bibel, die Anzahl der Türme – 12 kleine Türme für die Apostel, 4 Größere für die Evangelisten, der 2. Größte für Maria mit einer Höhe von 125 Meter und der Höchste soll für Jesus stehen und mit 170 Meter der höchste Kirchturm der Welt werde. Die Statik der Kirche wurde von Gaudi mit einem Drahtmodell geplant. Dazu baute er ein Modell aus Draht und Schnüren, das er kopfüber aufhängte, mit Gewichten balancierte er die Statik aus, über ein Foto, das er wieder um 180 Grad drehte, konnte er eine ausgefeilte Statik entwerfen. Wenn man mit einem Aufzug zu einem der Türme hochfährt, (lange Wartezeit) sieht man, dass sogar bis zu den Spitzen die Türme mit Mosaiken verziert sind. Optimisten haben sich vorgenommen, dass die Kirche bis 2020 fertig ist, was man aber fast nicht für möglich halten kann.

 

Am Donnerstag löste ich ein Zugticket nach Montserrat, dem Marienwallfahrtsort der Iberischen Halbinsel. Über eine Seilbahn aus dem Jahr 1920 (von einer Firma aus Leipzig) erreichte man das an einer Felswand gelegene Kloster. Eine kurze Andacht mit dem Knabenchor von Montserrat (laut meinem Reiseführer der Älteste noch Bestehende der Welt) machte ich mich mit Zuhilfenahme einer Standseilbahn in Richtung Gipfel auf. Die letzen 5 km bis zum höchsten Punkt des Gebirges mussten aber wieder zu Fuß zurückgelegt werden. Entlang von ehemaligen Einsiedeleien wanderte ich so im Schein der Katalanischen Sonne in Richtung Gipfel. Mit der Standseilbahn wieder zurück zum Kloster reihte ich mich in die Schlange zur Marienstatue ein. Zum Glück war nicht soviel los, so das Ich rechtzeitig wieder mit der Seilbahn ins Tal fahren konnte und den Zug zurück nach Barcelona erwischte.

 

Der Freitag gehörte dann wieder der Kunst. Sofort nach dem Frühstück ca. 11:00 Uhr machte ich mich zum Park Guell auf, ein weiteres Werk von Antoni Gaudi, der als Wohngegend für wohlhabende Bürger gedacht, leider nur die Familie Guell und Herrn Gaudi selbst zum Errichten eines Hauses überzeugen konnte. Der Park ist im Westen an einem Berghang angelegt und lädt mit geschwungenen Brücken und großen Plätzen auf Säulen zum Verweilen ein. Die Lage dieses Parks ist leider etwas abgelegen, sodass ich empfehlen kann, den Bus zu nehmen (die nächste U-Bahnstation ist ca. 1250 m entfernt). Im Anschluss an Park guell machte ich mich noch in Richtung der Casa Mila auf, ein weiteres Bauwerk von Antoni Gaudi das eher einem Steinbruch als einem Haus gleicht. Der hohe Eintritt hinderte mich aber daran, dass ich mir dieses Kunstwerk auch von innen anschaute.

 

Den Samstag begann ich mit der im Hafen stehenden Kolumbussäule, die einen guten Blick auf die Rambles und den Hafen bot. Mit einem Katamaran machte ich anschließend noch eine Hafenrundfahrt bis zum Forum 2004, einem Gebiet im Norden von Barcelona, wo sich viele Hochhäuser im Bau befinden. Den restlichen Tag widmete ich noch dem Spa, um einigermaßen ausgeruht nach Hause zu kommen.

 

Am Sonntag packte ich erholt und begeistert meine Koffer und machte mich gegen 4 Uhr mit dem richtigen Zug in Richtung Flughafen auf.